Ich geh' nicht hin weil...


Ich gehe nicht wählen um so meinen Protest ausdrücken!

Diese politisch motivierte Wahlenthaltung ist bei vielen Nichtwählern festzustellen. Fakt ist aber, dass eine Enthaltung keine eindeutige und konkrete Protestbotschaft ist: Bin ich mit allem zufrieden - soll sich also nichts ändern? Oder bin ich mit allem unzufrieden - soll sich also alles ändern? Vernünftiger ist es  dann doch, einfach die Partei zu wählen, die  den eigenen Protest am besten ausdrückt.


Politiker nehmen uns doch sowieso nicht ernst, warum soll ich da wählen gehen!

Das Gefühl, von „den Politikern" nicht ernst genommen zu werden haben viele, egal ob jubg oder alt. Bei einigen Politikern eine trifft dies sicher auch zu. Sie denken,der Bürger erwarte im Wahlkampf ohnehin nur leere Versprechungen die nach der Wahl dann schnell vergessen werden können. Aber: Politiker nehmen sehr genau wahr, was ihnen Stimmen bringt und was sie Stimmen kostet - es geht schließlich bei jeder Wahl um ihren Job! Eine niedrige Wahlbeteiligung bei junger Menschen kann dann auch dazu führen, dass die Interessen der jungen Generation wie  Klimaschutz, Bildung oder Abbau der Staatsschulden eher ins Abseits geraten. Wer also ernst genommen werden will, muss dafür auch etwas tun!



Mit keiner der Parteien kann ich mich hundertprozentig identifizieren!

Das denken viele. Allerdings: Wir treffen ständig Entscheidungen, mit denen wir uns nicht vollständig identifizieren können, z.B. beim Urlaub, Fernsehen  oder Job. Warum nicht auch bei einer Wahl?!



Ich habe doch keine Ahnung von Politik

Ganz besonders bei jungen Menschen haben oftmals einen sehr hohe Anspruch an das eigene Wahlverhalten: Die eigene Wahlentscheidung, denken viele, muss sehr gut überlegt und begründet sein. Diesen hohen Anspruch erfüllen aber die wenigsten Wähler, ob jung oder alt. Viele haben Vorstellungen und Vorzüge, welche politische Richtung sie favorisieren, aber die  Wahlentscheidung hängt von sehr unterschiedlichen Faktoren ab, und wird oft erst kurz vor der Wahl oder gar erst in der Wahlkabine getroffen. Die Angst, sich nicht genügend i auszukennen ist aber kein wahrer Hinderungsgrund. Wer sich noch ich sicher ist, wie er wählen soll, kann auf einige gute Hilfsmittel zurückgreifen, die bei der Entscheidungsfindung helfen. Ein sehr gekanntes ist z.B. der  Wahl-o-Mat.



Auf meine Stimme kommt es doch gar nicht an!

Vielleicht ist die eigene Stimme nicht wahlentscheidend. Allerdings: Wenn jeder so denkt, wird die Wahl und damit auch die Demokratie an sich überflüssig.
Das heisst: Wenn nur noch eine Minderheit wählen gehen würde, wären unsere Politiker nicht mehr legitimiert. Sstatt der demokratischen Legitimation müsste eine andere Variante her, die die Koordinatoren unseres Landes bestimmt. Möglich wären z.B. Losentscheid, Berufung durch eine Behörde oder gleich die Vererbung politischer Macht wie im Absolutismus und der Monarchie. Dies sind jedoch alles keine wirklichen Alternativen.



Das ist mir einfach zu aufwendig!

Der zeitliche Aufwand um an der Wahl teilzunehmen  liegt im Schnitt bei etwa 15 Minuten. Der Aufwand ist also eher gering. Und es geht um etwas Wichtiges: Es ist nicht selbstverständlich, wählen zu können. In vielen Ländern dieser Welt gibt es keine demokratische Mitbestimmung, keine Wahlen. Und in vielen Ländern ist der Einsatz für Demokratie und das Engagement gegen Terror etwas, was viel Mut verlangt. Auch in Deutschland wurde das Wahlrecht gegen Widerstände erstritten. Es hat auch etwas mit Respekt vor diesem Engagement zu tun, das Wahlrecht ernst zu nehmen.